Mit Max von Sydow, Brigitta Valberg, Brigitta Pettersson, Gunnel Lindblom, Axel Düberg, Tor Isedal, Ove Porath, Allan Edwall, Axel Slangus, Gudrun Brost, Oscar Ljung
Die Jungfrauenquelle (Originaltitel: Jungfrukällan) ist ein in Schwarzweiß gedrehtes schwedisches Filmdrama von Ingmar Bergman aus dem Jahr 1960. Als Vorlage diente die mittelalterliche Ballade Töres dotter i Wänge.
Schweden im Mittelalter: Karin, die jugendliche Tochter eines wohlhabenden Bauern, will in Begleitung der Dienerin Ingeri ins Dorf reisen, um Marienkerzen zur Kirche zu bringen. Unterwegs trennen sich die beiden, weil Ingeri Angst vor der Durchquerung des Waldes hat, und Karin reist allein weiter. Auf einer Lichtung trifft das Mädchen drei Hirten. Der älteste der drei Brüder erzählt Karin von ihrer angeblichen Notlage und bringt sie dazu, mit ihnen zu rasten und ihren Reiseproviant mit ihnen zu teilen.
Trotz einer ungekürzten Freigabe durch die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft und der Prädikatisierung „wertvoll“ durch die Filmbewertungsstelle wurde Die Jungfrauenquelle wegen der expliziten Vergewaltigungsszene durch das Amtsgericht München als „unzüchtig“ beschlagnahmt. Später wurde der Beschluss wieder aufgehoben, und der Film konnte auch in Bayern ungekürzt aufgeführt werden.
Die Jungfrauenquelle war nach Das siebente Siegel (1957) der zweite – und letzte – im Mittelalter angesiedelte Film Bergmans. Er war auch der erste von insgesamt drei Bergman-Filmen, die den Oscar für den Besten fremdsprachigen Film erhielten, gefolgt von Wie in einem Spiegel (1961) und Fanny und Alexander (1982).
Der 1972 entstandene US-amerikanische Exploitationfilm Das letzte Haus links griff Motive aus Bergmans Film auf.
Oscar 1961 für den Besten Fremdsprachigen Film Golden Globe 1961 für den Besten Fremdsprachigen Film Kinema-Jumpō-Preis 1962: Auszeichnungen für den Besten Fremdsprachigen Film und den Besten Fremdsprachigen Regisseur
„Sparsam im Wort, virtuos im Bild erzählt der Film eine alte Legende. […] Seinerzeit wegen der realistischen Darstellung kritisierter Film aus jener Schaffensperiode Bergmans, in der er sich auf der Basis des Christentums mit existentiellen und religiösen Fragen auseinandersetzte.“ Lexikon des internationalen Films