Mit Penélope Cruz, Milena Smit, Israel Elejalde, Aitana Sánchez-Gijón, Julieta Serrano, Rossy de Palma, Daniela Santiago, Adelfa Calvo, José Javier Domínguez, Carmen Flores
Parallele Mütter (Originaltitel Madres paralelas) ist ein Spielfilm von Pedro Almodóvar, der Anfang September 2021 bei den Internationalen Festspielen von Venedig seine Premiere feierte und am 10. März 2022 in die deutschen Kinos kam. Die Hauptrollen in dem Drama um zwei Frauen, die ungeplant schwanger werden, übernahmen Penélope Cruz und Milena Smit.
Janis ist um die 40, lebt in Madrid und ist erfolgreich als Werbefotografin. Sie wurde von ihrer Hippie-Mutter nach Janis Joplin benannt. Als sie den forensischen Anthropologen Arturo für eine Zeitschrift fotografiert, bittet sie ihn um Hilfe in einer Familienangelegenheit. Ihr Urgroßvater wurde während des Spanischen Bürgerkriegs von Falangisten ermordet und in einem Massengrab in der Nähe des Heimatdorfes ihrer Familie beigesetzt. […] Janis’ Familie und andere Dorfbewohner haben viele Informationen über das Schicksal des Dorfes während des Bürgerkriegs und in den Jahren danach gesammelt. Sie hoffen, dass die sterblichen Überreste identifiziert werden können, damit sie in Würde auf dem Dorffriedhof in den Familiengräbern beigesetzt werden können.
Janis und Arturo kommen sich näher und beginnen eine Affäre. Monate später ist Janis schwanger. Sie freut sich darauf, Mutter zu werden, sie informiert Arturo über die Schwangerschaft; Arturo ist verheiratet, seine Frau krebskrank. Er drängt Janis zu einer Abtreibung, doch diese beschließt, das Kind allein großzuziehen und sich von Arturo zu trennen. Auf der Entbindungsstation teilt sie sich mit der 17-jährigen Ana das Zimmer, die der bevorstehenden Mutterschaft mit gemischten Gefühlen entgegenblickt. […] Die Filmmusik komponierte Alberto Iglesias. Iglesias’ Arbeit befand sich in einer Shortlist in der Kategorie Beste Filmmusik bei der Oscarverleihung 2022. [Penélope Cruz wurde als Beste Hauptdarstellerin nominiert] […]
Die erste Vorstellung fand am 1. September 2021 bei den Internationalen Festspielen von Venedig statt, wo Madres paralelas als Eröffnungsfilm gezeigt wurde. Am 8. Oktober 2021 wurde er beim New York Film Festival als Abschlussfilm gezeigt. […]
Der Film konnte bislang 96 Prozent aller Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen und erhielt hierbei eine durchschnittliche Bewertung von 8,1 von 10 möglichen Punkten. Auf Metacritic erhielt er einen Metascore von 87 von 100 möglichen Punkten. David Rooney von The Hollywood Reporter schreibt, Pedro Almodóvars Film sei erneut von unbeschreiblicher Schönheit und zeige, dass niemand die Ausdruckskraft von Farbe und Design so nutzt wie der Regisseur. Thomas Schultze von Blickpunkt:Film schreibt, der Film entfalte sich vom Politischen zum Intimen zum Privaten und zum Schluss, mit überwältigender emotionaler Wucht, wieder zurück zum Politischen. Mit der stilistischen Klarheit und Eleganz, die schon die zutiefst autobiographische Betrachtung Leid und Herrlichkeit zum Meisterwerk werden ließ, erzähle Almodóvar in Parallele Mütter nun von dem Land, in dem er lebt, auf dass seine Geschichte nicht vergessen werde von einer Generation, die schon die Achseln zuckt, wenn man den Namen Janis Joplin erwähnt. Was der Filmemacher zum Schluss bereithält, sei eine Geschichtslektion, die unter die Haut geht und die bitterer und düsterer sei, als es jeder noch so raffinierte Plottwist sein könnte, so Schultze: „Politisch war das Kino von Pedro Almodóvar immer schon, ohne zu politisieren, einfach nur im Aufzeigen von Lebensentwürfen, die selbstverständlich sein sollten und bei Almodóvar immer selbstverständlich erscheinen, ein weltoffenes, diverses Spanien, aber eben nicht selbstverständlich sind.“